Jetzt kann die Zahnfee kommen!

Vor drei Wochen kamen unsere Familien zu Besuch. Einer der fünf vollbepackten Spendenkoffern war mit über 100 Zahnbürsten für die Schüler*innen der Blindenschule in Malangali gefüllt. An dieser Stelle schon einmal ein riesen Dankeschön an die Praxis von Kalinowsky aus Hiltrup und natürlich auch an unsere Eltern, die die Koffer alle mit nach Tansania gebracht haben!

Bereits im Voraus haben wir zwei Regale für die Waschräume der Mädchen und Jungen von den angehenden Schreinern der Berufsschule bauen lassen. Als Halterungen für die Zahnbürsten haben wir Klopapierrollen bunt angemalt, beschriftet und auf den Regalen befestigt. Das unterste Fach der Regale bietet jeweils auch eine super Stellfläche für die gespendeten Sonnencremes.

Mit unseren Eltern zusammen haben wir dann die Zahnbürsten verteilt und in die Regale eingeräumt. Erst waren die Kinder ein wenig verunsichert und wussten nicht so recht, ob sie die Zahnbürsten jetzt auch schon benutzen durften. Wir haben dann gemeinsam mit ihnen das Zähne putzen geübt und ihnen gezeigt, wie man die Zähne vernünftig pflegt.
Nun sind die Zahnbürsten auch fleißig im Gebrauch.

Liebe Grüße aus Sumbawanga!

 

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Bücherwürmer aufgepasst!

Viele von euch haben vielleicht schon über andere Wege von den Bauarbeiten an der Bücherei erfahren und wir können jetzt endlich berichten, dass sich diese auf der Zielgeraden befinden.

Seit 2012 ist die Bücherei auf dem Schulgelände der Berufsschule in Planung. Ehemalige Freiwillige haben den Bau mit veranlasst und mithilfe zahlreicher Spenden finanzieren können.

Anfang des Jahres begannen die finalen Bauarbeiten. Die Wände wurden beispielsweise gestrichen, eine Eingangstür und Fenster eingebaut und die letzten Kabel verlegt. Gleichzeitig haben einige Schüler*innen in der Schreinerei zwei Tische, acht Stühle und ein Bücherregal gebaut. In den letzten Tagen haben wir Sitzsäcke für eine gemütliche Leseecke gebastelt und von den angehenden Schneider*innen mit Stoffen beziehen lassen.

Dem zukünftigen Lerncenter wird sogar dank einer lieben Sachspende ein Laptop zur Verfügung stehen. Somit kann nach dem Unterricht nicht nur gelesen, sondern auch fleißig recherchiert werden.

Jetzt fehlen uns eigentlich nur noch die Bücher. Wir hatten schon vor einigen Wochen auf Instagram von dem Projekt erzählt und euch nach Bücherspenden gefragt. Vielen Dank an dieser Stelle für eure Unterstützung und die zahlreichen positiven Rückmeldungen!

Die ersten englischsprachigen Romane, Krimis, etc. werden uns nächste Woche erreichen und können das Regal schon einmal gut füllen. Zusätzlich würden wir aber auch gerne englischsprachige Fachliteratur für den Schulalltag anschaffen. Entsprechend zu den Ausbildungsrichtungen der Berufsschule würde sich Literatur in den Bereichen Computer Skills, Englisch – Sprache und Grammatik, Business und Wirtschaft, Communication Skills, Ingenieurwesen, Elektrik, Technisches Zeichnen, Design und Nährarbeiten anbieten. Wenn uns jemand bei diesem Anliegen gerne unterstützen möchte, kann er uns bei weiteren Fragen oder Anregungen jederzeit ansprechen.

Wir würden uns unter anderem sehr über eine kleine Spende auf dem Sumbawanga-Konto freuen. Die Spenden zu 100% unserem Projekt zu Gute. Bei Fragen könnt ihr euch selbstverständlich an uns wenden.

Bank: Darlehnskasse Münster eG 

Konto-Nr.: 2000 100

Bankleitzahl: 400 602 65

Verwendungszweck: VeVo 65964 – Sumbawanga + Adresse für die Spendenquittung

Die Bücherei wurde in den letzten Wochen aber schon gut genutzt. Bei bereits drei Filme-Freitagen wurde der Raum in ein kleines Kino verwandelt. Mit einem noch geliehenen Projektor und sehr viel Popcorn kam richtige Kino Atmosphäre auf. Nach dem Film sind die Abende mit ein wenig Musik und Tanz gemütlich ausgeklungen. Die Abende kamen bei den Schülern und Lehrern sehr gut an und werden wir so auch sicherlich noch oft wiederholen. Da uns netterweise ein neuer Projektor gespendet wurde, können die nächsten Filme schon mit unserem eigenen Beamer gezeigt werden. Dieser wird auch sicherlich oft im Unterricht von uns unterstützend genutzt werden. Dankeschön für die Spende!

Wir werden euch natürlich in ein paar Wochen updaten und euch erzählen, wie sich die Bücherei entwickelt.

Liebe Grüße aus Sumbawanga!

 

 

Das „Projekt Sonnenschein“ sagt DANKE!

Anfang März konnten wir uns über die zahlreiche Sonnencreme und Wundheil-Sets aus Deutschland freuen.

Insgesamt erreichten uns über 100 Tuben. Vielen Dank für eure Unterstützung!

Bevor die Sonnencreme-Tuben verteilt wurden, haben wir an einem Nachmittag das eincremen mit den Kindern noch fleißig geübt. Schnell halfen auch die größeren Kinder den Kleineren bei schwierigeren Stellen. Somit waren alle Kinder gut eingecremt und haben gelernt, auf welche Stellen besonders geachtet werden muss.

Einmal in der Woche versorgen und pflegen wir zudem die Haut der Kinder mithilfe der gespendeten Wundheil-Sets. Bereits nach kurzer Zeit ist schon die Besserung der Haut zu sehen.

Wenn ihr noch Fragen habt, könnt ihr euch jederzeit gerne bei uns melden.

Liebe Grüße aus Sumbawanga

 

Reisetagebuch – Teil 3

Station 7: Dar es Salaam (18.12.- 21.12.)

Die Rundreise neigte sich langsam dem Ende zu und es ging immer schneller in Richtung Weihnachten und den bevorstehenden 2 Wochen auf Sansibar. Unser letzter Stop vor Sansibar war Dar es Salaam. Hier trudelten in den folgende Tagen die Freiwilligen aus Ruanda und Südafrika ein und auch die Iringis, von denen wir uns nach unserem gemeinsamen Aufenthalt in Moshi wieder getrennt hatten, stießen dazu. 

Dar es Salaam ist mit seinen mehr als 5,5 Millionen Einwohnern die größte Stadt und das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Tansanias. Es ist von vielen Tansanen/innen, die vor allem aus den kleineren Orten kommen, noch der große Traum einmal nach Dar es Salaam zu ziehen um sich dort ein vielversprechendes Leben aufzubauen. Die Stadt ist von vielen verschiedenen Kulturen geprägt und hat mit seinen Universitäten und als größte Hafenstadt viel zu bieten. Anfangs fanden wir die Stadt noch ziemlich chaotisch und grau, doch mit jedem Besuch schließen wir sie mehr ins Herz.

Wir waren in den Tagen ein wenig in der Stadt unterwegs und genossen den Großstadtrummel.  An einem Tag machten wir einen Ausflug auf die Halbinsel Kigamboni vor Dar es Salaam um dort am Kipepeo Beach einen Vorgeschmack für den bevorstehenden Urlaub auf Sansibar zu bekommen. Die Abende wurden traditioneller Weise unter dem schönen Sternenhimmel mit Blick auf die vielen Lichter der Stadt auf der Dachterasse des Hostels verbracht. Es war total schön so viele andere Freiwillige bzw. Freunde nach sechs Monaten wieder zu sehen und sich gegenseitig von den Erlebnissen in den verschiedenen Ländern zu berichten und gegenseitig Fotos zu zeigen. 

Station 8: Sansibar (21.12.- 02.12.)

Mit der Fähre ging es mit unserer großen 14-köpfigen Reisegruppe auf nach Sansibar. Nach einem Tag in den schönen Gassen Stonetowns, der Hauptstadt Sansibars, besuchten haben wir eine Gewürzfarm der Insel. Uns wurden aller Hand Gewürze gezeigt, die man auf der Farm finden konnte, beispielsweise Pfeffer, Zimt oder Ingwer. Abschließend gab es ein, natürlich gut gewürztes, Abschiedsessen.

Der Morgen war wirklich sehr spannend und lustig, bevor es dann mit einem vollgepackten Minibus und bester Stimmung an die Ostküste in den kleinen Ort Paje ging. Dort verbrachten wir gemeinsam die Feiertage am paradiesisch weißen Strand unter Palmen.
Heiligabend feierten wir mit einem selbstgekochtem Weihnachtsessen und einem kleinen Lagerfeuer, inklusive Wichteln, am Strand. Es war ein sehr schönes, total anderes Weihnachten mit ausgelassener Stimmung, das wir bestimmt so schnell nicht vergessen werden!

Zwischen Weihnachten und Silvester habe wir einige Ausflüge auf der Insel gemacht. So wurde von ein paar Leuten zum Beispiel Prison Island besucht, auf der man Riesenschildkröten sehen konnte oder Schmetterlinge und Affen im Jozani Chwaka Bay National Park bestaunt, während andere Kitesurfstunden genommen haben. Zusammen haben wir eine Schnorchel Tour gemacht, auf der wir neben riesigen Seeigeln auch allerlei bunte Fische bestaunen konnten. Die restliche Zeit verbrachten wir dann am Strand und nutzen die wenigen Stunden zum Schwimmen, die uns dank der Gezeiten blieben. Der Urlaub war insgesamt wirklich sehr erholend und schön und wurde mit dem Besuch auf einer der größten Silvesterpartys in Ostafrika spritzig (an dieser Stelle liebe Grüße an Sebastian, unseren Chef in Münster) beendet.

Station 9: Zwischenseminar in Bagamoyo (03.01.- 09.01.)

Nachdem wir für die eigentlich geplante Fähre keine Tickets mehr bekommen haben, hatten wir spontan noch einen Tag in Stonetown mehr und probierten uns unter anderem auf dem Food Festival durch die leckeren Spezialitäten. Abends sind wir dann mit der Nachtfähre nach Dar es Salaam und von da aus mit Kleinbussen weiter nach Bagamoyo gefahren.  

Drei ehemalige Freiwillige und unsere Chefin aus Deutschland haben das Zwischenseminar geleitet. Neben vielen Spannenden Einheiten, wurden die Abende gemeinsam genossen, viel gequatscht und zwischendurch auch nochmal im Indischen Ozean geschwommen. Die Woche war sehr intensiv und anregend gestaltet und dadurch, dass auch Gastredner und kurze Filmeinheiten eingeplant waren, konnte man aus verschiedenen Perspektiven viele Thematiken betrachten. Die Woche war zudem sehr hilfreich und motivierend um neue Ideen für die eigenen Projekte zu finden. 

Nach knapp sieben Wochen kamen wir dann zurück ins Projekt und freuten uns total, die bekannten Gesichter wieder zu sehen. 

Jetzt sind wir wieder zurück im Alltag angekommen und haben vor einigen Wochen unsere Gastfamilien kennen gelernt. Wir sind alle in sehr lieben Familien und wurden direkt herzlich aufgenommen. Wir besuchen sie mal nach der Arbeit oder am Wochenende und können so das tansanische Familienleben ein wenig kennenlernen. 

Wir hoffen, dass ihr ebenfalls eine schöne Adventszeit hattet und gut in das neue Jahr gestartet seid. 

Liebe Grüße aus Sumbawanga,

Anneke, Hannah, Ole und Vivi

Reisetagebuch – Teil 2

Station 3: Arusha (02.12.- 05.12.)

Den ersten Advent verbrachten wir auf der Weiterfahrt im Bus in Richtung Kilimanjaro. In Arusha haben wir uns mit zwei befreundeten Freiwilligen aus Iringa getroffen. Sie erwarteten uns schon, besonders Ole, da sie gemeinsam in den nächsten Tagen den Mount Meru besteigen wollten. Der Mount Meru ist 4556 Meter hoch und gilt als kleiner Bruder des Kilimanjaros. Bevor die drei Jungs mit einem Guide und einigen Trägern für drei Tage unterwegs waren, verbrachten wir noch gemeinsam einen schönen Tag an den Mt. Meru Waterfalls im Arusha Nationalpark. Allein der Weg zu den Wasserfällen hat sich gelohnt. Im Sommerregen ging es für uns über Stock und Stein den Flusslauf entlang. Die Umgebung glich einem Jungle und wir konnten sogar einen Affen in den Baumkronen sehen.

Am Dienstagmorgen ging es für Ole, Elias und Dominic auf ins Wanderabenteuer und wir Mädels verbrachten die Zeit in Arusha. Unter anderem schlenderten wir über den Massai-Markt, auf dem man viel handgemachten und traditionellen Schmuck, Taschen, Schnitzkunst, Malereien und getöpferte Skulpturen findet. Dem Charme konnte natürlich nicht widerstanden werden und so wurde das ein oder andere Teil erfolgreich ergattert. Abends ging es zu einer kleinen Karaokebar, in der erst ein Film gezeigt und später natürlich auch fleißig gesungen wurde. Nachdem am nächsten Tag ein weiterer Marktausflug dank der andauernden Regenzeit wortwörtlich ins Wasser gefallen ist, sind wir spontan schon eher als geplant nach Moshi aufgebrochen und haben dort die restlichen Freiwilligen aus Iringa getroffen.

Station 4: Moshi (05.12.- 12.12.)

Dank der Iringis sind wir auf ein sehr schönes und familiäres Hostel in Moshi gestoßen. Die Tage dort hätten mit einem leckeren Kaffee aus frisch gemahlenen Bohnen und Blick auf den Kilimanjaro  nicht besser starten können. Da Moshi unter anderem als eines der besten Kaffeeanbauzentren des Landes gilt, war der Besuch auf einer Kaffeefarm ein muss. Auf einer geführten Tour lernten wir zusammen mit anderen Freiwilligen aus Tansania, wie aus den frischen Bohnen nach mehreren Schritten der trinkfertige Kaffee hergestellt wird. Nachdem wir unseren selbst hergestellten Kaffee probiert hatten, wanderten wir noch zu einem Wasserfall und kühlten uns dort ab.

Auch eine Mountainbike Tour durch die Massai-Dörfer zu den Hot Springs, einem natürlichen Pool an einer Quelle, konnten wir uns nicht entgehen lassen. An den Quellen entspannten wir in der Sonne mit zwischenzeitlichen Abkühlungen im Wasser. 

Ansonsten schlenderten wir durch die Innenstadt und den riesigen Mitumba, der einer kleinen Zeltstadt gleicht. 

An einem Abend sind wir mit weiteren Hostelgästen aus der ganzen Welt mit einem alten Bus auf einen Feldweg außerhalb der Stadt gefahren. Von dem Dach des Busses aus konnten wir den Sonnenuntergang mit Blick auf den Kilimanjaro genießen. Wir haben die Stadt während der Tage wirklich ins Herz geschlossen und blieben so auch ein paar Tage länger als ursprünglich geplant. 

Am letzten Tag stießen Marie und Sarah, die beiden Freiwilligen aus Uganda dazu und von da an reisten wir zusammen weiter.

Station 5: Lushoto (12.12.- 15.12.)

Als nächstes stand ein Stop in den Usambara-Bergen in dem kleinen Ort Lushoto an. Die Aussicht in den Bergen war sehr eindrucksvoll und so verbrachten wir die zwei Tage in der Stadt mit kleinen Wanderungen und auch hier mit einem obligatorischen Ausflug auf den Markt. Am Freitag sind wir zur Irente Farm Lodge aufgebrochen und freuten uns dort über den ersten Käse auf frisch gebackenem Brot nach langer Zeit, welcher mit einer tollen Aussicht ins Grüne abgerundet wurde. Abends saßen wir oft gemeinsam zusammen und spielten Karten oder quatschten zusammen mit den Ugandis.

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Station 6: Tanga (15.12.- 18.12.)

Mit einem Kleinbus ging es in nur sechs Stunden an den indischen Ozean nach Tanga. Nachdem die Temperaturen in den Bergen noch angenehm waren, wurde es in der Küstenregion ziemlich heiß und schwül. Somit verbrachten wir die meiste Zeit dort überwiegend am Meer und genossen es total mal wieder im Meer zu schwimmen. Die Hafenstadt erkundeten wir nur kurz, da sie außer dem indischen Ozean nicht so viel zu bieten hatte. Wir fanden es trotzdem sehr schön, denn wer hat schon was gegen ein paar entspannte Tage am Meer. 

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Fortsetzung des Reiseberichtes folgt in einer Woche!

Liebe Grüße aus Sumbawanga,

Anneke, Hannah, Ole und Vivi

Reisetagebuch – Teil 1

Ende November ging es für uns auf ins Abenteuer, denn unsere große Tansania Rundreise stand während der Schulferien auf dem Plan. 

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Station 1: Kigoma (27.11.- 29.11.) 

Am Dienstagmorgen ging die lang ersehnte Reise für uns gegen 5.00 Uhr morgens los. Ein letztes Mal wurde geschaut, ob an alle wichtigen Papiere gedacht wurde und ob im Haus alle Sachen gut verstaut, beziehungsweise verschlossen waren. Dann noch eine letzte Kuscheleinheit mit unserem Hund Pumba und ein kurzer Blick in den Hühnerstall, bevor wir alles für die kommenden Wochen verabschiedeten. Mr. Komba, unser Mentor und Schulleiter der Chuo Cha Ufundi, hatte uns netterweise angeboten, sich um die Tiere zu kümmern und so konnten wir sie mit einem gutem Gewissen zu Hause zurücklassen.

Noch ein wenig verschlafen liefen wir die Straße zum Busstandy herunter und waren bei Sonnenaufgang bereits im Bus und auf dem Weg nach Kigoma. Die Hafenstadt liegt nordwestlich von Sumbawanga am Lake Tanganyika und war die erste Station auf unserer Reise. Während der zwölfstündigen Busfahrt konnten wir schon die schöne Landschaft bestaunen und passierten auf halber Strecke einen Teil des Katavi National Parks. So begann die Reise bereits mit Aussicht auf einige Giraffen, Elefanten und Affen. 

Nachdem wir abends endlich in unserem Hostel angekommen waren, erkundeten wir ein wenig die Stadt und ließen uns von dem Bild einer schön ausgebauten Promenade leiten. . Doch anstatt wie erhofft ein kleines Fischrestaurant am Hafen vorzufinden, waren wir mitten im Industriegebiet gelandet. In den Abendstunden war dort auch nicht mehr viel los und so ging es wieder zurück in die Nähe unseres Hostels, wo wir in einem kleinen Restaurant den Abend ausklingen ließen. 

Am nächsten Tag machten wir uns schon früh auf den Weg in die Stadt um über den Markt, den alten Bahnhof und über den Second-Hand Kleidermarkt zu schlendern. Auf letzteres trifft man in den meisten Städten Tansanias, die Kleidermärkte werden „Mitumba“ genannt. Dort verkaufen Händler die zuvor erworbenen Kleider aus Altkleiderspenden meistens aus Nordamerika und Europa zu günstigen Preisen auf Wühltischen oder an kleinen Ständen. 

Nach dem kleinen Shopping-Trip und einem kurzen Regenschauer fuhren wir bei strahlender Sonne an einen kleinen Badeabschnitt am Lake Tanganyika und waren von der klaren und weiten Aussicht beeindruckt. Mit Blick auf den Kongo am Horizont wurde neben einer Abkühlung im Wasser die ein oder andere Runde Doppelkopf gespielt, bis es kurz nach dem wunderschönen Sonnenuntergang wieder zurück ins Hostel ging.

Mit einem solch schönen Start in den Urlaub fielen wir abends glücklich und ein wenig erschöpft ins Bett und freuten uns auf die kommende Zeit.

Station 2: Mwanza (29.11.- 02.12.)

Am Donnerstag ging es viel zu früh am Morgen, schon um 04.30 Uhr, mit zwei vollbepackten Bajajis auf zum Bus. Die dreirädrigen Fahrzeuge sind sehr beliebte und günstige Taxen, die einen mit manchmal unbegrenzt scheinenden Platzmöglichkeiten an jeden Wunschort bringen. 

Das nächste Ziel mit dem Bus war Mwanza, die zweitgrößte Stadt Tansanias am Lake Victoria. In den Abendstunden erhaschten wir schon auf einer Fährfahrt über ein kleine Einbuchtung des Sees den ersten Blick auf die Stadt. Der Lake Victoria ist nach dem Kaspische Meer und dem Lake  Superior der drittgrößte See der Welt.

„Ein See, in dem man nicht schwimmen kann, ist definitiv kein See!“ 

Das Zitat des Tages bringt unsere Stimmung im Hostel auf den Punkt. Nach der langen und staubigen Busfahrt wäre eine Erfrischung im See wirklich wünschenswert gewesen, doch die Gefahr Bilharziose zu bekommen war zu groß und machte uns so einen Strich durch die Rechnung.  

In den folgenden zwei Tagen genossen wir neben lecker zubereitetem Fisch die Zeit in der Stadt  beim Picknicken am Lake mit Aussicht auf die Bismarck Rocks, welche als Wahrzeichen der Stadt gelten, bei einem Spaziergang zu einer Aussichtsplattform oder   Abends auf der Dachterasse des Hostels unter dem wunderschönen Sternenhimmel – wir fanden in der Großstadt neben all den vollen Straßen auch einige schöne und ruhige Orte. Ein besonderes Erlebnis war ein abendlicher Spaziergang der damit endete, dass wir zusammen mit ein paar einheimischen Fischern auf den stillgelegten Bahngleisen Mwanzas ein paar kleine Tassen Kaffee tranken, die hier sehr oft in den Straßen verkauft werden. Die Atmosphäre direkt am Lake war sehr schön und es hat uns Spaß gemacht mit ein paar Einheimischen ins Gespräch zu kommen und Geschichten auszutauschen. 

 

Fortsetzung des Reisetagebuches folgt…

Liebe Grüße aus Sumbawanga,

Anneke, Hannah, Ole und Vivi

Das Projekt Sonnenschein

Die Malangali Primary School ist eine Schule für sehbehinderte Kinder und gleichzeitig das Zuhause für die 100 Schüler/innen. Fast die Hälfte dieser Schüler/innen ist vom Albinismus betroffen. Die Schule hat jedoch nicht die finanziellen Möglichkeiten den Kindern, welche vom Albinismus betroffen sind, genügend Sonnencremen zu stellen. Daher bekommen die Kinder jeweils nur eine Tube Sonnencreme für zwei Monate. Da diese eine Tube nicht ausreicht, sind wir auf die Idee gekommen, zusätzliche Sonnencremen zu sammeln. Aber auch Wunddesinfektionsmittel und Wundheilsalben werden benötigt, um die Schäden der Haut, welche bereits durch die schutzlose Sonneneinstrahlung hervorgerufen wurden, zu behandeln.

Wenn du ein Teil des Projektes sein möchtest, melde dich gerne bei einem von uns oder unter projektsonnenschein@yahoo.com. Dort können wir dir dann mitteilen, wo du deine Sachspende abgeben kannst. Diese werden dann gesammelt und hierhin, zu uns nach Sumbawanga, geschickt.

Wir freuen uns sehr auf eine Nachricht von dir! 

 

Das Stipendien-Programm der Chuo Cha Ufundi

Liebe Leserinnen und Leser,

erinnern Sie sich noch an Ihre Ausbildungs- oder Studienzeit? Für jeden Menschen stellt sie eine prägende Phase des Lebens dar, in der ein paar Weichen für die Zukunft gestellt werden – sowohl beruflich als auch menschlich. 

Dies gilt universal, so auch an der Berufsschule Katandala in Sumbawanga, Tansania. Hier erhalten junge Menschen eine Ausbildung auf dem Feld der Automechanik, Schreinerei, Maurerei, Elektroinstallation oder der Schneiderei. Zudem nehmen die SchülerInnen am Mathe-, Englisch- sowie Computerunterricht teil und können überdies ihren Führerschein machen. 

In dem folgendem Interview versuchen wir Ihnen das Stipendien-Programm dieser Schule etwas näher zu bringen. Damit sie das Interview besser verstehen, wollen wir ihnen dieses Stipendien-Programm (kurz StiPo) zunächst einmal vorstellen. 

Das Stipendien-Programm wurde 2009 von den damaligen Freiwilligen ins Leben gerufen. Das Stipendien-Programm wird nur durch Spenden finanziert und mit Hilfe eines großen Spendentopfes kann jährlich vier Schüler/innen eine Ausbildung an der Berufsschule Chuo Cha Ufundi Katandala ermöglicht werden. Die Spendensumme können dank des Spendentopfes persönlich variieren und sind auch einmalig möglich.

Durch den Spendentopf kann für die Organisatoren und das Stipendien-Projekt für die kommenden Jahre eine Sicherheit erlangt werden, dass das Projekt weiter bestehen wird. Um diese Sicherheit noch zu verstärken, werden jährlich immer nur vier neue StiPo-Schüler/innen angenommen. Die Spenden werden vom Bistum Münster und dem StiPo-Team, bestehend aus ehemaligen und aktuellen Freiwilligen sowie der Caritas Sumbawanga, verwaltet. 

Da viele Jugendliche hier in Sumbawanga und Umgebung aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten in der Familie dazu gezwungen sind im Haushalt zu helfen, ist oftmals für eine Ausbildung keine Zeit und kein Geld vorhanden. Um diesem Teufelskreis zu entkommen, werden meistens Waisen oder Kinder aus Familien mit besonders großen Problemen ausgesucht. Dieses Auswahlverfahren wird von dem Schulleiter der Berufsschule übernommen. Wir, als Freiwillige, halten Kontakt zu den StiPo-Schülern und sind für den Fortbestand des Projekts mit verantwortlich. 

Bei Fragen können Sie sich gerne an die folgende E-Mail Adresse wenden: 

stipo-sumbawanga@gmx.de 

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Die StiPo-Schüler des Schuljahres 2018

Interview mit der StiPo-Schülerin Sophia Kanyama

Wir: „Soooo, zu aller erst würden wir dich gerne ein wenig besser kennenlernen. Wie heißt du denn, wo kommst du her, wie alt bist du und in welcher Klasse bist du?“ 

Sophia: „Ich heiße Sophia Kanyama und komme aus Kirando, einem kleinen Dorf in der Nähe von Sumbawanga. Ich bin in der Chuo Cha Ufundi Katandala in der ersten Klasse. Außerdem bin ich mit 20 Jahren die Drittälteste von acht Kindern in meiner Familie und habe eine Zwillingsschwester. “ 

Wir: „Wie bist du denn auf das Stipendien-Programm gestoßen?“ 

Sophia: „Sonntags in der Kirche hat der Pfarrer von einer Möglichkeit gesprochen, auch ohne Geld eine Schule besuchen zu können. Dadurch würden uns die Chance auf Bildung geboten und ein Job würde mein Leben und das meiner Familie verbessern.“ 

Wir: „Wie war denn dein Leben vor der Chance des Stipendien-Programms?“ 

Sophia: „Sehr hart. Ich musste zu Hause bleiben und meiner Mutter im Haushalt helfen und konnte so keine Ausbildung anfangen. Außerdem habe ich, indem ich mich um meine jüngeren Geschwister gekümmert habe, meine Eltern entlastet und die Zeit überbrückt, in der meine Mutter und mein Vater zur Arbeit gegangen sind.“ 

Wir: „Hast du denn jetzt schon einen Plan für die Zukunft, wenn du deine schulische Ausbildung abgeschlossen hast?“ 

Sophia: „Ja auf jeden Fall! Ich möchte eine gute Elektrikerin werden. Mit einer festen Anstellung kann ich dann meinen Eltern helfen und meinen kleinen Geschwistern auch ein ähnliche Ausbildung ermöglichen. Dann wäre ich nicht mehr von dem Stipendien-Programm oder anderen finanziellen Hilfen abhängig.“

Wir: „Das klingt gut! Wie gefällt dir denn das Leben hier auf dem Schulgelände und generell die Schulzeit?“

Sophia: „Das Schulleben ist echt super! Ich habe schon echt viele Freunde gefunden und die Schule macht auch Spaß. Alltäglich wasche ich meine Klamotten, lerne und räume generell auf. Ansonsten sitze ich mit meinen Freunden oft auf der Wiese Schlafräumen und unterhalte mich. Außerdem gehen wir auch immer mal wieder in die Stadt, aber auf unserem Schulgelände ist auch eine kleine Duka (Kiosk) an der es viele Sachen gibt.“ 

Wir: „Was ermöglicht dir denn das Stipendien-Programm?“ 

Sophia: „Das Programm unterstützt mich in meiner schulischen Ausbildung. Speziell werde ich hier als Elektrikerin ausgebildet. Wie gesagt hoffe ich daher nach Abschluss der Ausbildung einen Job zu finden und das anzuwenden, was ich hier gelernt habe.“ 

Wir: „Gut, das wird bestimmt auch klappen! Danke für deine Zeit, wir wünschen dir noch viel Spaß und Erfolg in der nächsten Zeit. 

>>Update<<

Wie ihr euch bestimmt vorstellen könnt, hat sich in den letzten Wochen bei uns noch so einiges verändert. Hier ein kurzes Update:
Bereits in unserem letzten Beitrag haben wir erwähnt, dass unser Sprachkurs bald endet und wir somit auch nachmittags arbeiten gehen werden. Nun, der Sprachkurs ist erfolgreich absolviert und das bedeutet für uns: Twende!
Ole und Viviane bieten jeden Mittwoch und Freitag einen Deutschkurs hier an der Berufsschule an. Dort bringen sie den Schüler/innen die Basics wie zum Beispiel die Begrüßungen, Zahlen und erste Phrasen bei. Da besonders die

IMG_20181008_173013_1Aussprache für viele Schüler/innen eine sprachliche Barriere darstellt, wird auch das fleißig geübt. Nicht nur die deutschsprachigen Laute fallen den meisten Schüler/innen schwer, auch im Englisch Unterricht kommt es zu Problemen. Daher bietet Viviane montags einen zusätzlichen Kurs an, bei dem sie nicht nur bedarfsweise über den aktuellen Unterrichtsstoff spricht und wiederholt, sondern auch hier die Aussprache mit den Schülern/innen gezielt übt.
In Mathe wird es mit dem Aussprache-Training nun ein wenig schwierig, daher bietet Ole dienstags nachmittags einen Forderkurs an. Ursprünglich war ein Förderkurs geplant, jedoch kommen zu dem freiwilligen Angebot überwiegend die leistungsstärkeren Schüler/innen, sodass dort leistungsangemessene Aufgaben gelöst werden.

Bei den beiden in der Schule hat sich aber auch vormittags etwas verändert, denn sie besuchen nicht mehr ausschließlich den Computerkurs, sondern gehen nun auch in andere Unterrichtsstunden wie Life Skills, Communication Skills, E-Science und Technical Drawing mit. Dadurch kommt ein wenig Abwechslung in den Alltag und sie lernen weitere Bereiche der Schule kennen.
IMG-20181030-WA0010Auch Anneke und Hannah gehen mittlerweile nachmittags wieder ins Heim und werden von Ole und Viviane, wenn diese keinen Nachmittagsunterricht haben, begleitet. Dann sind auch die Schulkinder wieder zurück und es wird zusammen mit allen gespielt, geklettert, getanzt und gebastelt. Da kommen jeden Tag neue Ideen auf und es wird nicht langweilig. Bevor wir bei dem Abendessen der größeren Kinder mithelfen, werden die Kleinsten gewickelt, umgezogen, gefüttert und ins Bett gebracht. Danach machen wir uns auf den Heimweg.
Donnerstags nachmittags gehen wir jedoch in die Blindenschule, die in einem anderen Stadtteil von Sumbawanga liegt und spielen dort mit den Kindern. Ob mit demSONY DSC Schwungtuch, Luftballons oder ein bisschen Musik und dazu tanzen- Spaß ist immer dabei!
Die Zeit verfliegt hier vor Ort wie im Flug und wir können es noch gar nicht fassen, dass wir jetzt schon mitten in den Vorbereitungen für die bevorstehende Graduation und den Abschlussprüfungen stehen. Mit dem Ende des Schuljahres stehen nicht nur für die Schüler/innen die Weihnachtsferien bevor, sondern auch wir nutzen die freie Zeit um das Land zu erkunden und feiern die Weihnachtsfeiertage und Neujahr zusammen mit anderen Freiwilligen des Bistums Münsters auf Sansibar (deren Blogs findet ihr hier auf der Website verlinkt),
IMG-20181029-WA0010 (2)bevor wir dann zum Zwischenseminar nach Bagamoyo fahren werden.
Nachdem Kalle, unser liebevoller Wachhund, vor einigen Wochen eingeschläfert werden musste, wollten wir euch unseren neuen Wachhund Pumba vorstellen.

Wir halten euch natürlich auf dem Laufenden,

Liebe Grüße aus dem sonnigen Sumbawanga,

Anneke, Ole, Vivi und Hannah

Habari za leo?

Willkommen auf unserem Blog! 

Hier wollen wir euch an unserer Reise durch das Jahr teilhaben lassen, was wir erleben, was für Erfahrungen wir sammeln und wie es uns dabei geht. Nach eineinhalb Monaten in unserer neuen Heimat in Sumbawanga haben wir vier uns gedacht, dass es an der Zeit wäre unseren ersten Blogeintrag zu verfassen. Wir haben uns hier bisher sehr gut eingelebt und die anfangs für uns noch ungewohnte Routine mit ihren täglichen Herausforderungen hat sich nun zum fröhlichen Alltag entwickelt. Nun wollen wir euch gerne von diesem berichten.

Fangen wir mit der Arbeit von Hannah und Anneke im Waisenheim St. Martin de Porres an. Wir beginnen gegen viertel vor Acht mit der Arbeit im Heim. Zuerst holen wir einen großen Sack mit Klamotten aus der Waschküche und legen Matten aus, auf denen die Kinder später eingecremt und angezogen werden. Bevor das jedoch geschieht, werden alle Kinder aus den Betten geholt und von den Mamas gewaschen. Danach helfen wir der „Kochmama“ in der Küche beim Vorbereiten des Ujis, eine Art Maisbrei. Der Uji wird in Tassen und in eine Kanne für die Babys gefüllt und anschließend an die Kinder verteilt, die ihn meistens schon ungeduldig erwarten. Wenn alle Kinder ihre Tasse leer getrunken haben und die Gesichter von den Ujiresten befreit wurden, geht es aufs Töpfchen. Sobald alle Kinder fertig und teilweise neu angezogen sind, denn das mit dem aufs Töpfchen gehen müssen manche noch lernen, geht es für uns zur „Wäschemama“. Ihr helfen wir dann, indem wir die Wäsche erst auf bzw. abhängen und dann die sauberen Teile auffalten. Danach gehen wir gemeinsam mit den Sisters frühstücken. Es gibt entweder Reis, Chapati (eine Art Pfannkuchen) oder Mandazi (eine Art frittierter Krapfen) und dazu eine Tasse Tee mit ganz viel Zucker (der Zucker- und Fettkonsum hier ist enorm). 

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Nach dem Frühstück geht es wieder raus zu den Kindern und rein in den fröhlichen Wahnsinn. Jetzt wird mit den Kindern gespielt, auf den Spielplatz gegangen, Laufen geübt oder geschmust. Die bisherigen Highlights für die Kinder waren eine kleine Kinderdisco mit lauter Musik und Tanz und das Spielen mit Luftballons. Kurz vor dem Mittagessen werden dann alle Babys gewickelt. Mittags gibt es meistens Reis oder Ugali (ein fester Maisbrei) mit Bohnen- oder Spinatsauce für die älteren Kinder und warme Milch für die Babys. Die kleineren Kinder und natürlich die Babys werden gefüttert. Bevor es dann für uns wieder nach Hause geht, werden alle Kinder für einen Mittagsschlaf ins Bett gebracht.  

Der Alltag für uns, Viviane und Ole, hingegen gestaltet sich ganz anders.

-07.45 Uhr. Der Wecker klingelt! Obwohl ich hier ohne Probleme genug Schlaf bekomme, ist das Geräusch durch die Schulzeit noch sehr negativ geprägt. Egal, viel Zeit bis zum Beginn des Unterrichts ist nicht eingeplant. Also ziehe ich mich schnell an, nehme mir meine Zahnbürste und setze mich mit Pulli, langer Hose und Flip Flops in unseren Innenhof. Nun besteht die Hauptaufgabe darin, wach zu werden. Als ich gerade fertig mit Zähneputzen bin, kommen die ersten Geräusche aus Vivis Zimmer. Die Tür geht auf und sie kommt verschlafen herausgeschlurft. Ein Blick genügt, damit klar wird, dass reden in den nächsten paar Minuten nicht nötig ist. 

-8:00 Uhr. Mein Wecker klingelt! Ich bleibe trotzdem noch 5 Minuten liegen, dass muss noch drin sein. Aufstehen muss ich trotzdem irgendwann. Sobald ich mich überwunden habe, schlurfe ich zur Tür heraus um mich fertig zu machen. Natürlich sitzt Ole mal wieder komplett angezogen im Innenhof, schaut mich an und grinst.

Kurz bevor wir gemeinsam das Haus verlassen, packen wir noch schnell unsere Materialien ein und schließen die Tür ab. Dabei unseren Hund „Kalle“ davon abzuhalten mit uns den Computerunterricht zu besuchen, stellt so früh am Morgen die erste Herausforderung dar. Doch damit ist es noch nicht genug. Der doch so kurze Weg zum Unterrichtsraum stellt den ein oder anderen von uns noch vor große Schwierigkeiten. Da wir eine kleine Abkürzung durch den „Busch“ nehmen, halten kleine Erhöhungen und Wurzeln für die Eine und herabhängende Äste und Spinnweben für den Anderen Überraschungen bereit. Wenn wir dann doch noch einigermaßen heile am Gebäude ankommen, empfängt uns eine Gruppe immer fröhlich gestimmter Schüler. Doch an Unterricht ist erst einmal noch nicht zu denken. Routiniert wird freiwillig und meistens mit Freude das obligatorische Wischen des Unterrichtsraumes durchgeführt. In dieser Zeit erweist sich der Volleyball das erste Mal als nützlich. Mit Begeisterung und manchmal auch durchaus viel Talent wird dann im Kreis gespielt. Beginnt der Unterricht, werden die Computer angeschmissen und die Mäuse etc. ausgetauscht. Danach fangen alle Schüler mehr oder weniger begeistert an zu arbeiten. Die Stunden sind immer abwechslungsreich, da die Schüler über verschiedene Kenntnisse verfügen und immer wieder neue Gesichter dazustoßen. Die Schüler besuchen den Computerunterricht von montags bis freitags insgesamt 6 Monate und starten den Kurs zu beliebigen Zeitpunkten. Dadurch hat jeder Schüler auch schon verschieden viele Programme kennengelernt. Insgesamt gibt es fünf Programme die unterrichtet werden. Mit Word, Powerpoint, und Excel hatten wir gerechnet, jedoch waren/sind uns Publisher und Access noch neu. Doch dafür gibt es ja auch noch den Lehrer, der uns bei solchen Problemen unterstützen kann.

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Ansonsten helfen sich die Schüler auch gegenseitig und wenn noch Zeit bleibt, entstehen immer mal recht brüchige und mit Englisch vermischte Gespräche. Sprachliche Barrieren werden jedoch mit super viel Lachen und viel Geduld erfolgreich überbrückt. Um 10.05 Uhr gibt es dann Frühstück. Dort treffen sich alle Lehrer zu einem Chai (Tee) und Mandazis. Wir werden wieder einmal herzlich und mit sehr viel Lachen empfangen, was sich sofort auf uns überträgt. Zunächst wird das typisch ausführliche Begrüßungsritual an uns getestet. Haben wir das gemeistert, werden wir durch eine kleine abschließende Bemerkung auf Kifipa (der Stammessprache hier vor Ort) endgültig verwirrt. Ganz wichtig ist vor jedem Essen das Hände waschen, da meistens mit den Händen gegessen wird. Beim Essen versuchen wir dann den Gesprächen zu folgen, was aber meistens eher schlecht als recht klappt. Nach einer halben Stunde verlassen wir dann wieder den Raum und spielen noch ein bisschen Volleyball mit den Schülern. Danach geht der Unterricht wie gewohnt weiter und um 12.25 Uhr ist er auch schon vorbei. An einem Tag in der Woche unterrichtet Viviane zusätzlich noch Englisch und Ole an zwei Tagen Mathe, was jedoch in einem kommenden Blogeintrag noch näher erläutert wird.

Wenn dann mittags alle wieder zu Hause sind, geht es nach einem kleinen Snack für meistens zwei von uns zum Einkaufen auf den Markt, die anderen beiden erledigen Aufgaben, welche sich immer anhäufen, wie zum Beispiel Wäsche waschen, kochen oder Müll verbrennen. So ist der Tag immer voll verplant. 

Da wir von unserem Sprachlehrer Angelo Kiswahili-Unterricht bekommen, um die Sprache ein wenig besser zu beherrschen, ist unser Nachmittag momentan noch verplant. Angelo bringt uns täglich eine Stunde lang die Schwierigkeiten der Sprache bei und mit der Zeit sieht man die ersten kleinen Fortschritte, die wir machen. Die täglichen Marktgespräche und Unterhaltungen mit den Schülern oder Mamas helfen uns beim Lernen sehr. 

Sobald der Sprachkurs vorbei ist, werden wir Nachmittags zum Beispiel nochmal ins Heim gehen oder die Blindenschule vor Ort besuchen. Vielleicht werden wir auch noch zusätzlich Deutschunterricht an der Berufsschule geben, da uns viele Schüler bereits mit Interesse darauf angesprochen haben.  

Abends kochen wir dann bei guter Musik zusammen verschiedenste Gerichte und werden dabei zwischendurch von dem wunderschönen, aber auch leider schnell vergehenden Sonnenuntergang über den Bergen von Sumbawanga unterbrochen. Bei einer anschließenden Runde Wizard oder Doppelkopf lassen wir dann den Abend gemütlich ausklingen.

Damit wäre auch schon ein ganz „normaler“ Tag in unserem Leben vorbei. Egal was man von unserer Alltagsroutine hält ist eines auf jeden Fall für uns alle überraschend gewesen: Sich so schnell zu Hause zu fühlen und in den Alltag zu rutschen hätten wir uns nicht im Traum einfallen lassen können. Wir freuen uns auf die kommende Zeit hier und halten euch auf dem Laufenden!

Liebe Grüße aus dem schönen Sumbawanga und bis bald!

Tutaonana!